Novellierung der OAVO zum 01.08.2019 - Vorgriffserlass

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

zum Schuljahr 2019/2020 wird eine Novellierung der Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) erfolgen. Es ist beabsichtigt, die sechste Verordnung zur Änderung der Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) rückwirkend zum 1. August 2019 in Kraft zu setzen.

 

In der Anlage erhalten Sie einen Vorgriffserlass zur beabsichtigten Änderungsverordnung der OAVO mit den wichtigsten Anpassungen sowie eine synoptische Darstellung, die ausschließlich die in diesem Vorgriffserlass aufgeführten Anpassungen beinhaltet (Kurz-Synopse).

 

In diesem Kontext sind zwei beabsichtigte Änderungen hervorzuheben, die aufgrund der KMK-Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe und der Abiturprüfung (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.07.1972 i. d. F. vom 15.02.2018) bis spätestens 2019 umzusetzen sind:

 

1.        Zulassungsvoraussetzungen zur Abiturprüfung: Eine Änderung betrifft die Zulassung zur schriftlichen und mündlichen Abiturprüfung nach § 26 Abs. 2 und 3 OAVO. Demnach dürfen künftig unter den einzubringenden Schulhalbjahresergebnissen aus der Qualifikationsphase höchstens 20% der Kurse mit weniger als 5 Punkten bewertet sein (bisher durften in Hessen ca.30 % der eingebrachten 32 Halbjahresergebnisse unter 5 Punkten sein).Durften bisher bei der Zulassung 9 Kurse, (maximal 3 Leistungskurse und maximal 6 Grundkurse) unter fünf Punkten sein, sind es künftig nur noch insgesamt 6 Kurse, davon maximal 2 Leistungskurse. Die neue Regelung tritt für diejenigen Schülerinnen und Schüler in Kraft, die zum Schuljahr 2019/2020 in die Qualifikationsphase eintreten. Zur Anwendung wird die Änderung erstmals bei der Zulassung zum Landesabitur 2021 kommen.

 

2.        Änderung bei der Bewertung schriftlicher Arbeiten in der gymnasialen Oberstufe: Nach o. g. KMK-Vereinbarung soll die Bewertung der schriftlichen Abiturprüfungen in Abiturprüfungsfächern mit nationalen Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife (Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch) künftig entsprechend eines einheitlichen Bewertungsrasters erfolgen, das bezüglich der Umrechnung von Prozentwerten in Punkte nur marginal von dem hessischen Bewertungsraster der Anlage 9a der OAVO abweicht, das in Hessen bisher für alle schriftlichen Arbeiten in allen Fächerngalt. Eine Angleichung bedeutet (im Bereich ab 3 bis 15 Punkten) für Hessen eine Absenkung der Notengrenzen je um einen Prozentpunkt nach unten gegenüber der bisher geltenden Regelung der OAVO. Das neue Bewertungsraster soll in Hessen ab dem Schuljahr 2019/2020 für alle Fächerund für alle Leistungsbewertungen nach § 9 Abs. 12 OAVO in der gymnasialen Oberstufe (EinführungsphaseQualifikationsphase und Abiturprüfung) Anwendung finden.

 

Die beabsichtigten beiden Änderungen gehen auf die Vorgaben der KMK-Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe und der Abiturprüfung zurück. Ziele der KMK-Vereinbarung sind die Sicherung der Vergleichbarkeit der Abiturergebnisse unter den Ländern und eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung der Arbeit in der gymnasialen Oberstufe. Alle Länder haben sich verpflichtet, die Vorgaben der Vereinbarung bis zum Jahr 2019 umzusetzen.

 

Bitte stellen Sie sicher, dass alle Kolleginnen und Kollegen, die in der gymnasialen Oberstufe, im beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium oder im Hessenkolleg unterrichten, den Vorgriffserlass sowie die beigefügte Kurz-Synopse zeitnah zur Kenntnis nehmen und berücksichtigen.

 

Bitte stellen Sie weiterhin sicher, dass alle von der Neuregelung betroffenen Schülerinnen und Schüler, Studierenden sowie die Erziehungsberechtigten entsprechend informiert und beraten werden (§ 5 OAVO).

Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) in der Fassung vom 01. August 2019 (Vorgriffserlass)

Für alle Schülerinnen und Schüler, die die Abiturprüfung 2020 ablegen gilt die Verordnung vom 23.07.2018